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Wie laeuft das Hungarologie studium ab? Eindruecke gesucht…

BenutzerBeitrag

22:05
17.4.2011


balkonraucher

Mitglied

Beiträge 6

Hallo,

Ich ueberlege mir, Hungarologie zu studieren und habe mir viele Informationen auf euere Page auch schon durchgelesen.. was mir ein bisschen fehlte, waren die persoenlichen Eindruecke! Deswegen frage ich jetzt einfach mal nach, und freue mich ueber ein paar Antworten:)

So, zuerst einmal, wie viele Leute seid ihr denn in einem Jahrgang? Von anderen Leuten aus Wien kenne ich die Beschwerde, dass das Studium dort sehr unpersoenlich ist (das bezieht sich jetzt aber auf andere Studienfaecher). Wie ist das beim Hungarologie Studium? Kennt sich da jeder, oder ist das auch eher anonym?

Ich kann mir auch vorstellen, dass das Sprachniveau ganz unterschiedlich von P
erson zu Person ist (Muttersprachler, komplette Anfaenger.. und alles dazwischen)- wie laeuft das denn dann ab? Ist man trotzdem in den gleichen Sprachkursen?

Seid ihr zufrieden damit, wie das Studium ablauft? Was sind euere Kritikpunkte? Befasst man sich auch ein bisschen mit aktuellen politischen ereignissen?

Ich freue mich wirklich ueber jede Antwort!

Anna

22:20
17.4.2011


Andi

Admin

Beiträge 57

Beitrag 22:22 – 17.4.2011 bearbeitet von Andi


Hallo Anna!

Die Abteilung Finno-Ugristik wo unter anderem das Hungarologie-Studium angeboten wird zählt zu einen der kleinen, aber sehr traditionsreichen Abteilungen bzw. Institute an der Universität Wien. Insgesamt gibt es mit allen Studien (Hungarologie, Fennistik, Lehramt Ungarisch, Masterstudien,…) zusammen rund 200 Studierende. Pro Jahr fangen rund 20-50 neue Studenten an.

Dementsprechend klein sind auch die Gruppen bei den Übungen, den Sprachkursen und anderen Lehrveranstaltungen. Man lernt so schnell seine Kolleginnen und Kollegen kennen sowie auch die Lehrenden (Professorinnen und Professoren sowie Lektorinnen und Lektoren). Das hat den Vorteil, dass sie die Lehrenden sehr gut auf die Studierenden einstellen können und den Inhalt entsprechend der Lehrveranstaltungen anpassen – aber es gibt nicht diese Anonymität wie im großen Hörsaal, wo man vielleicht eher "unentdeckt" bleibt in der Masse. Auch gibt es viele Veranstaltungen wo sowohl die Studierenden als auch die Lehrenden eingebunden sind – siehe bspw. unsere Feiern, Filmabende, Lesungen etc.

Die Sprachkurse beginnen auf Anfängerlevel und steigern sich dann bis zum Schluss auf ca. Maturaniveau. Dementsprechend gibt es mehrere Gruppen und man steigt von Semester zu Semester immer weiter auf. Leute, die bereits Vorkenntnisse haben können die Spracherwerbsprüfung ablegen und so ihr Können gleich angerechnet bekommen.

Das Studium ist an der Literatur- und Sprachwissenschaft ausgerichetet, findet seit einigen Jahren auch immer weiter einen Fokus auf interdisziplinäre Kulturwissenschaften zu der auch die Geschichte gehört. Auf aktuelle politische Fragen wird dabei in diesem Kontext eingegangen (bpsw. eigener Vortrag oder Lehrveranstaltungen zu Zensur, Migration, Mehrsprachigkeit, Muttersprache, Minderheiten,…). Je nach Interesse kannst Du Dir interessante Lehrveranstaltungen "herauspicken".

Und ja, ich persönlich bin zufrieden – aber es gibt hier sicher noch auch andere Meinungen http://www.finno-ugristik.at/w…..n_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' />

viele Grüße
Andi

Vorsitzender der Finno-Ugristik Studienvertretung

10:32
20.4.2011


balkonraucher

Mitglied

Beiträge 6

hey Andi,

danke fuer deine Antwort! Schade dass hier niemand anderes aktiv zu sein scheint, aber du hast mir schon mal sehr weitergeholfen!

Eine kleine Frage noch: Worin liegt der Sinn der Ablegung des Latinums in dem Studium Hungarolgie? Aehnliche Studiengaenge wie zb. in Berlin verlangen dies nicht, und so ganz geht es mir auch nicht auf… hast du eine Idee?

Gruesse, Anna

11:10
20.4.2011


Andi

Admin

Beiträge 57

Hallo Anna!

Die Hungarologie bzw. die Abteilung Finno-Ugristik gehört zur Geisteswissenschaft (Kulturwissenschaftliche Philologische Fakultät) wo es aus Tradition für alle Studien vorgegeben ist. Will man sich mit ungarischer Geschichte und den Quellen im weiteren Studium befassen ist Latein auch insofern nützlich, da alle alten Dokumente vor der Sprachreform auf Latein verfasst waren (in Ungarn war Latein die Amts- und Hofsprache bis 1844) Aber keine Angst, Du wirst Hungarologie auch mit wenig (bis gar keinen (abgesehen von dem notwendigen für das Latinum)) Lateinkenntnissen absolvieren können.

lg
andi

Vorsitzender der Finno-Ugristik Studienvertretung

20:18
17.5.2011


balkonraucher

Mitglied

Beiträge 6

Hey Andi,

ich nochmal. Ich habe noch eine ganz andere Frage.. ist es, vom Pensum her, moeglich, neben HUngarologie noch einen anderen Studiengang zu belegen – ohne dass beides voellig zu kurz kommt dabei?
Ich interessiere mich auch sehr fuer Kunstgeschichte- das sind nun dann aber 2 vollwertige Bachelorstudiengaenge, meinst du man bekommt das irgendwie hin, dass sich die Veranstaltungen nicht ueberschneiden? Kennt du vielleicht jemanden, der Hungarologie + ein weiteres Fach studiert oder wuerdest du das garnicht empfehlen?

Gruesse, Anna

08:22
30.5.2011


Andi

Admin

Beiträge 57

Hallo Anna!

Seit der Umstellung auf die aktuellen Bachelorstudien sind faktisch alle Studien ziemlich reglementiert was die Reihenfolge des Besuchs bzw. der Absolvierung von Lehrveranstaltungen und Prüfungen geht. Alles ist in Modulen aufeinander aufgebaut. Das heißt es kann zu einer gewissen Herausforderung werden zwei oder mehrere Studien aufeinander abzustimmen um alle vorgeschriebenen Lehrveranstaltungen bzw. Prüfungen wie geplant ablegen zu können.

Dies soll aber nicht bedeuten, dass es nicht möglich ist! Viele von den Studierenden haben neben Hungarologie oder Fennistik auch andere Studien komplett anderer Richtungen wie Jus, Medizin, Wirtschaft oder Technik inskribiert und studieren beides sehr erfolgreich. Es hängt sehr vom eigenen Organisations- und Lerntalent ab um alles unter Hut- und Dach zu bekommen – aber es ist aus eigener Erfahrung möglich.

Vielerorts ergeben sich auch gewisse Synergien – bspw. mit den Erweiterungscurricula (EC) die auch für beide Studien angerechnet werden können oder den Erweiterten alternativen EC, die aus bunt gemischten Lehrveranstaltungen des anderen Studiums sein können.

Ich würde gerade wenn man später einmal in der "freien Wildbahn des Arbeitsmarktes" arbeiten möchte das Studium eines zweiten Faches, als Ergänzung empfehlen, da oft das Studium einer Kultur und Sprache alleine ohne weitere Qualifikation bei der Arbeitsplatzsuche ein Nachteil sein könnte.

Viele Grüße
Andi

Vorsitzender der Finno-Ugristik Studienvertretung